Musik und Film: Die geheime Macht der Montage
Dr. Gregori Pantijelew
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Veranstaltungsart: Vortragsreihe
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Veranstaltungsnr.: 01.027
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Termin: Mi 14:00 bis 15:30 Uhr22.04., 29.04., 06.05., 20.05., 27.05., 03.06.2026
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Veranstaltungsort: Digital – Zoom / AGORA
Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:
Wie orchestriert die Musik unsere Emotionen im Kino? Die Veranstaltung richtet den Blick auf das komplexe Zusammenspiel von Ton und Bild, das uns im Kinosessel fesselt. Wir erforschen die ästhetischen Mechanismen, durch die große Kompositionen Filmbilder in tiefere, mehrdeutige Erlebnisse verwandeln.
Unsere zentrale Methode ist die vergleichende Montage-Analyse. Wir gehen über die bloße Bewunderung gelungener Beispiele hinaus: Durch gezielte musikalische Gegenentwürfe zu Originalsequenzen, die uns die moderne Software ermöglicht, lässt sich die Wirkungsweise des Originals sowohl verfremden als auch unmittelbarer erlebbar machen. Durch diese Experimente schärfen wir unseren Blick, um besser zu verstehen, wie präzise die Meister die emotionale, rhythmische und philosophische Dimension einer Szene in der Musik verankert haben.
Wir analysieren nicht nur die Kunst der großen Meister, sondern beleuchten auch problematische Verwendungen, bei denen Musik ihrer ursprünglichen Bedeutung beraubt oder dramaturgisch verfehlt eingesetzt wurde. Diese kritische Dimension des Kurses dient dazu, die Kunst und die Verantwortung im Umgang mit musikalischen Meisterwerken zugänglich zu machen und in ihrer vollen Wirksamkeit zu würdigen. – Das Programm beleuchtet epochale Begegnungen:
- 1913: Giuseppe Becce & Richard Wagner – Die Geburt der Stimmungsmusik im Stummfilm
- 1931: Charlie Chaplin ("City Lights") – Musik als Sprache der Seele mit der Präzision des emotionalen Timings
- 1935: Alban Berg ("Lulu") – konzentrische Opernstruktur als filmisches Prinzip
- 1971: Luchino Visconti ("Tod in Venedig") – Das Mahler-Adagietto: Würdigung und Infragestellung einer epochalen Wahl
- 1975: Stanley Kubrick ("Barry Lyndon") – Schubert als unerbittlicher Kommentator des Schicksals
- 1979: Francis Ford Coppola ("Apocalypse Now") – Die Polyphonie des Krieges: Sound-Design und emotionale Steuerung
Die Veranstaltung richtet sich an alle, die von der Macht der Musik und der Kunst des Films fasziniert sind. Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, nur die Lust, die Mechanismen der Kunst in ihrer Tiefe zu begreifen.
Wichtige Hinweise zum Zusatzprogramm
- Veranstaltungen des Zusatzprogramms werden direkt vom Zentrum für Weiterbildung (ZFW) organisiert.
- Aktuelle Programmänderungen finden Sie auf der Seite Programmänderungen.
Termine Sommersemester 2026
Anmeldung zum Kontaktstudium ab sofort möglich!
- Anmeldeschluss STiNE-Zugang und Fakultätsprogramm: 08.03.2026
- Nachmeldephase für bereits angemeldete Teilnehmende bis 17.03.2026
- Restplatzvergabe Zusatzprogramm bis 22.04.2026
- Vorlesungszeit: 07.04. bis 18.07.2026
- Pfingstferien: 10.05. bis 17.05.2026
Termine Sommersemester 2026
Anmeldephase abgelaufen, Anmeldung nicht mehr möglich!
- Vorlesungszeit: 07.04. bis 18.07.2026
- Pfingstferien: 10.05. bis 17.05.2026
Tragen Sie sich gerne in den Interessentenverteiler ein, um über zukünftige Anmeldeinformationen und Termine informiert zu werden!
Wegweiser ins Kontaktstudium
- Sie wollen sich an der Uni weiterbilden, streben aber keinen Abschluss an?
- Sie wollen sich intensiv mit einem Wissensgebiet auseinandersetzen?
- Sie haben vielfältige Interessen und wollen sich gerade nicht auf ein einzelnes Studienfach festlegen, sondern lieber querbeet reinschnuppern?
Dann informieren Sie sich gerne über das Kontaktstudium an der Universität Hamburg. Ein Kontaktstudium ist auch ohne Abitur möglich.