"Gegen den modernen Fußball": Kritische Fans in Hamburg und die Ökonomisierung des Fußballs

Foto: © Magnussen, Friedrich (1914-1987), Stadtarchiv Kiel / Cc BY-SA 3.0 de
Wann: Do, 22.01.2026, 18:30 Uhr bis 20:00 Uhr
Wo: Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Beim Schlump 83, 20144 Hamburg, Lesesaal
Der männliche Profi-Fußball veränderte sich Ende des 20. Jahrhunderts fundamental. Vieles, was uns heute selbstverständlich vorkommt, nahm damals seinen Anfang. Diese Veränderungen waren eng mit gesellschaftlichen und ökonomischen Entwicklungen jener Jahre "nach dem Boom" verknüpft. Fußballfans diskutierten diese Prozesse kontrovers. Insbesondere die kritische Fanbewegung, die sich in den 1990er-Jahren herausbildete, positionierte sich gegen die immer stärkere Ökonomisierung des Fußballs. Doch wie begründeten die Fans ihre Haltung? Unter welchen Umständen konnte sich Protest formieren und wie wurde er artikuliert?
Svea Gruber zeichnet zunächst den Wandel des Fußballs seit den 1980er Jahren nach und fragt anschließend am Beispiel der beiden Hamburger Vereine HSV und FC St. Pauli danach, welche Praktiken die kritischen Fans inner- und außerhalb des Stadions anwandten, um gegen die Ökonomisierung des Fußballs zu protestieren.
Svea Gruber, M.A., Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
Öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens
"Auf die Plätze…" Sportgeschichte(n) als Gesellschaftsgeschichte
Sport ist mehr als Spiel, Wettkampf und Rekord. In ihm spiegeln sich gesellschaftliche Entwicklungen wider. Dies zeigte sich beispielsweise während der Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr 2022 in Katar, als in der Öffentlichkeit ebenso intensiv über Menschenrechtsverletzungen, Homophobie und katastrophale Arbeitsbedingungen diskutiert wurde wie über Tore, Aufstellungen und falsche Schiedsrichterentscheidungen. Auch Proteste gegen die Ausrichtung von Großveranstaltungen wie den Olympischen Spielen verdeutlichen, dass Sport, Politik und Gesellschaft eng miteinander verzahnt sind.
Die Veranstaltungsreihe widmet sich dem Sport als sozialem, politischem und kulturellem Phänomen – vom Nationalsozialismus bis in die jüngste Zeitgeschichte. Welche Bedeutung wurde ihm in unterschiedlichen gesellschaftlichen Systemen zugeschrieben? Was hat die Geschichte des Sports mit Macht, Körperpolitiken, Identität oder Erinnerung zu tun? Wie verhält sie sich zu Fragen von Individualisierung, Kommerzialisierung oder Medialisierung?
Die Referent:innen werden solchen Fragen anhand von so unterschiedlichen Sportarten wie Fußball, Rudern oder Skateboarden nachgehen und dabei Ergebnisse aus aktuellen Forschungsprojekten und neuesten Veröffentlichungen zur Geschichte des Sports präsentieren.
Bitte beachten Sie: Die Vorträge werden auch via Zoom übertragen. Der Link dazu wird kurzfristig auf der Website der Forschungsstelle bekannt gegeben: https://zeitgeschichte-hamburg.de/home.html
donnerstags, 18:30 - 20:00 Uhr, Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, Beim Schlump 83, Lesesaal
Koordination: Dr. Marcel Bois / PD Dr. Yvonne Robel / Maike Raap, M.A. (Öffentlichkeitsarbeit), alle Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg