Auf Schatzsuche in Archiven: Alte Manuskripte und Forschungsnotizen

Foto: © Christiana Petschallies
Wann: Mo, 20.10.2025, 14:15 Uhr bis 15:45 Uhr
Wo: Universität Hamburg, Von-Melle-Park 6, 20146 Hamburg, Hörsaal F
Prof. Dr. Beáta Wagner-Nagy, Institut für Finnougristik/Uralistik, Universität Hamburg
Öffentliche Vorlesung im Rahmen des Allgemeinen Vorlesungswesens
Der Hase Cubo und das Lama
Der Karneval der Tiere Sibirischer Sprachen in Hamburg
Hohe Berge, reißende Flüsse und die unendliche Tundra – Sibirien ist geprägt von atemberaubender Natur, weiten Landstrichen und fasziniert mit einer Vielfalt an Traditionen. So vielfältig wie die Natur sind auch die Sprachen, die in diesem großen Land gesprochen werden. Neben Russisch als meistgesprochener Sprache existieren eine Vielzahl kleiner, indigener Sprachen, die vom Aussterben bedroht sind. Dabei ist Sibirien ein Gebiet mit einer sehr geringen Bevölkerungsdichte. Zusammen mit einem Hasen, einem mysteriösen Cubo und einigen Lamas machen wir uns auf den Weg und gehen auf Expedition in die Weiten Sibiriens.
Auf unserer Reise treffen wir auf die letzten Sprecher einiger Sprachen und stellen fest, dass wir nicht die ersten sind, die diese Sprachen dokumentieren wollen. Also begeben wir uns auf die Suche nach den Aufzeichnungen unserer wissenschaftlichen Vorgänger und werden fündig in Archiven, verteilt über Nordeuropa und Russland.
Bei der Verschriftlichung – der Transkription – unserer sprachlichen Schätze hilft uns unser Reisebegleiter der Hase. Als „Transkribus“ unterstützt er zusammen mit anderen Programmen die Digitalisierung und Annotation der Daten. Als nächstes tritt das Lama unserer Entdeckergruppe bei. Es behält den Überblick über die Arbeiten und kümmert sich darum, dass die Wissenschaftler kein Chaos produzieren. Im Schatten der Nacht vollziehen sich dann geheimnisvolle Dinge in den Tiefen der Algorithmen. Hier tritt das mysteriöse Wesen Cubo in Aktion. Unermüdlich macht es sich auf die Suche nach allen Fehlern und Ungenauigkeiten und macht uns darauf aufmerksam. Denn Cubo ist ehrgeizig und möchte, dass unsere Korpora immer besser werden.
Nach unserem Aufenthalt beim Karneval der Tiere machen wir uns weiter auf den Weg und inspizieren die neu erschaffenen Sprachkorpora. Wir möchten wissen, was wir damit alles machen können. So lernen wir etwas über die Methoden der Korpuslinguistik und auch über die Erforschung von kleineren Sprachen.
montags 14:15 – 15:45 Uhr, Phil-Turm, Von-Melle-Park 6, Hörsaal F
Koordination: Prof. Dr. Beáta Wagner-Nagy / Hannah Wegener, M.A., beide Institut für Finnougristik/Uralistik, Universität Hamburg