Melancholie – psychisches Phänomen und künstlerisches Thema
Prof. Dr. em. Peter Hühn
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Veranstaltungsart: Vorlesung
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Veranstaltungsnr.: 01.010
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Termin: Mo 12:15 - 13:45 Uhr
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Zeitraum: 20.10.2025 bis 19.01.2026
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Veranstaltungsort: Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1, Hörsaal C
Teilnehmerbegrenzung für Kontaktstudierende: keine
Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:
Die Melancholie – als eine besondere Gemütslage und charakteristische Lebenseinstellung – ist ein altes und kontinuierliches Thema der europäischen Kulturgeschichte seit der Antike und bis in die Gegenwart. Der Begriff wurde geprägt in der altgriechischen Medizin, in der sogenannten Humoralpathologie, d. h. der „Viersäftelehre“, als Bezeichnung für eine bestimmte krankhafte Gemütslage, ausgelöst durch ein Übergewicht der schwarzen Galle (der Milz) gegenüber den anderen Säften, griechisch „mélaina cholé“. Später kamen auch andere Bezeichnungen für dies Phänomen auf: Depression, dejection (engl.) und spleen (englisch und französisch). Seit der Antike, besonders seit der Renaissance, etwa seit dem 15. Jh., stellt die Melancholie ein bedeutendes und durchgängiges Thema der Kunst- und Literaturgeschichte dar, durchaus nicht nur als einseitig krankhaftes Phänomen, sondern auch als Zustand erhöhter Gefühlsintensität und kreativer Imagination.
Die Vorlesung beginnt mit einem Blick auf die Geschichte des Begriffs und referiert im weiteren Verlauf verschiedene Ansätze in der psychologischen oder medizinischen Reflexion über das Phänomen in der frühen Neuzeit (Robert Burton) und später (z. B. Freuds Aufsatz zu „Trauer und Melancholie“). Der Hauptteil der Vorlesung beschäftigt sich mit der Vorstellung und Analyse der vielfältigen Darstellungen und Verarbeitungen des Themas der Melancholie besonders in der Lyrik und der bildenden Kunst (Dürer, C. D. Friedrich, Munch, Chirico), aber auch der Musik (John Dowland, die Bambis). Die dichterischen Beispiele entstammen überwiegend aus der deutschen Lyrik (z. B. Tieck, Lenau, W. Müller, Nietzsche, Storm, Keller, von Hofmannsthal, Rilke). Sie werden ergänzt durch Beispiele aus der englischen und französischen Lyrik (besonders der Romantik und des 19. Jhs.: z. B. Shelley, Milton, Keats, Arnold, Dowson, Baudelaire, Verlaine). Die englischen und französischen Texte werden immer durch Übersetzungen zugänglich gemacht und am Original untersucht. Wie immer sind Bemerkungen und Diskussionsbeiträge der Teilnehmenden erwünscht.
Die Vorlesung beginnt mit einem Blick auf die Geschichte des Begriffs und referiert im weiteren Verlauf verschiedene Ansätze in der psychologischen oder medizinischen Reflexion über das Phänomen in der frühen Neuzeit (Robert Burton) und später (z. B. Freuds Aufsatz zu „Trauer und Melancholie“). Der Hauptteil der Vorlesung beschäftigt sich mit der Vorstellung und Analyse der vielfältigen Darstellungen und Verarbeitungen des Themas der Melancholie besonders in der Lyrik und der bildenden Kunst (Dürer, C. D. Friedrich, Munch, Chirico), aber auch der Musik (John Dowland, die Bambis). Die dichterischen Beispiele entstammen überwiegend aus der deutschen Lyrik (z. B. Tieck, Lenau, W. Müller, Nietzsche, Storm, Keller, von Hofmannsthal, Rilke). Sie werden ergänzt durch Beispiele aus der englischen und französischen Lyrik (besonders der Romantik und des 19. Jhs.: z. B. Shelley, Milton, Keats, Arnold, Dowson, Baudelaire, Verlaine). Die englischen und französischen Texte werden immer durch Übersetzungen zugänglich gemacht und am Original untersucht. Wie immer sind Bemerkungen und Diskussionsbeiträge der Teilnehmenden erwünscht.
Literaturhinweise:
- Texte und Literaturhinweise werden vor Beginn in AGORA eingestellt
Wichtige Hinweise zum Zusatzprogramm
- Veranstaltungen des Zusatzprogramms werden direkt vom Zentrum für Weiterbildung (ZFW) organisiert.
- Aktuelle Programmänderungen finden Sie auf der Seite Programmänderungen.