Studieninhalte

Die Studieninhalte werden laufend den aktuellen Anforderungen im Gesundheitsmanagement angepasst, aktuelle Entwicklungen in das Curriculum integriert.
1. Semester
Public Health und Gesundheitssysteme (4 CP)
Inhalte
Der Teil "Public Health" beschäftigt sich mit dem Gesundheitszustand der Bevölkerung. Ein grundsätzliches Verständnis von Gesundheit und Krankheit wird mittels der Modelle der Patho- und Salutogenese vermittelt. Um Informationen zur Bevölkerungsgesundheit erfassbar und verständlich zu machen, wird die Epidemiologie als Basiswissenschaft vorgestellt. Praktische Relevanz und Alltagsbezug der vorher vermittelten Konzepte wird mit Hilfe aktueller Forschungsergebnisse aus Hamburg und Deutschland vermittelt. Hierbei wird ein Fokus auf die Bereiche der Gerontologie und Geriatrie gelegt. Innerhalb des Pflegesektors werden Ansatzpunkte und Ansätze des Public Health aufgezeigt.
Im Teil "Gesundheitssysteme" werden Finanzierung und Organisation ausgewählter Gesundheitssysteme vorgestellt. Dabei werden ökonomische, historische und politische Aspekte diskutiert. Zu den näher betrachteten Ländern gehören ausgewählte Sozialversicherungssysteme und nationale Gesundheitsdienste sowie das Gesundheitssystem der USA.
Themenschwerpunkte
- Grundlagen von Public Health
- Grundlagen der Epidemiologie
- Sozialwissenschaftliche Theorien zur Erklärung von Gesundheit und Krankheit
- Praktische Ansatzpunkte und Ansätze innerhalb des Pflegesektors
- Grundlagen europäischer Gesundheitssysteme
- Ausgewählte Sozialversicherungssysteme
- Ausgewählte Nationale Gesundheitsdienste
- Das Gesundheitssystem der USA
Lernziele
- wie sich durch die Erkenntnisse des multidisziplinären Faches Public Health Verbesserungen im Gesundheitswesen erreichen lassen und wie eine effektivere und effizientere Gesundheitsversorgung der Bevölkerung gesichert werden könnte
- zentrale Eigenschaften unterschiedlicher Gesundheitssysteme und deren distributive und allokative Folgen zu erkennen
- unterschiedliche Finanzierungs- und Organisationsformen des Gesundheitswesens kritisch zu bewerten
Prüfungsform: Klausur/Take-Home-Exam
Gesundheitsökonomie (4 CP)
Inhalte
In diesem Modul werden gesundheitsökonomische Kenntnisse mit der Analyse des deutschen Gesundheitswesens verbunden. Das Verhalten der maßgeblichen Akteure (insb. Krankenkassen, Ärzte, Krankenhäuser) wird untersucht. Des Weiteren wird der Markt für Arzneimittel betrachtet. Ein Schwerpunkt ist die Analyse von Anreizsystemen und Formen des Wettbewerbs im Gesundheitswesen. Die Betrachtung ist volkswirtschaftlich, wobei es enge Bezüge zu betriebswirtschaftlichen Themen gibt, die in anderen Kursen des Studiengangs behandelt werden.
Themenschwerpunkte
- Ökonomische Besonderheiten von Gesundheitsgütern
- Ökonomische Evaluation
- Grundlagen der Krankenversicherung
- Ausgewählte Sektoren des Gesundheitswesens
Lernziele
- erwerben grundlegende Erkenntnisse der ökonomischen Theorie und Empirie in Bezug auf das Gesundheitswesen, insbesondere über die Wirkung von ökonomischen Steuerungsmechanismen im Gesundheitswesen
- lernen, die Wirkung von ökonomischen Anreizsystemen und andere Regulierungen kritisch zu bewerten
- lernen, Allokations- und Verteilungsprobleme im Gesundheitswesen zu erkennen und Lösungsstrategien kritisch zu bewerten
Prüfungsform: Hausarbeit (12 – 20 Seiten)
Unternehmensethik (4 CP)
Inhalte
Die Veranstaltung zur "Unternehmensethik" gibt zunächst einen umfassenden Überblick über wesentliche theoretische Grundlagen der Wirtschafts- und Unternehmensethik und stellt zahlreiche praktische Anwendungsbezüge her. Zu Beginn der Veranstaltung wird zunächst die Notwendigkeit von Unternehmensethik erläutert und gezeigt, wie ethisches Verhalten von Unternehmen im Wettbewerb und im Gesundheitsbereich begründet werden kann. Im Anschluss werden das grundlegende Verhältnis von Ökonomik und Ethik diskutiert sowie die Entwicklung der Wirtschafts- und Unternehmensethik in Theorie und Praxis dargelegt. Wesentliche Begriffe werden definiert sowie eine Abgrenzung zwischen Wirtschafts-, Unternehmens- und Individualethik vorgenommen. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wird auf verschiedene theoretische Ansätze zur Unternehmensethik sowie die konkrete Umsetzung von Unternehmensethik in der betrieblichen Praxis eingegangen. Aktuelle Herausforderungen für Unternehmen wie deren Orientierung an den Sustainable Development Goals werden diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt der Veranstaltung liegt auf Fragestellungen und Praxisbeispielen aus dem Gesundheitssektor.
Themenschwerpunkte
- Notwendigkeit einer Wirtschafts- und Unternehmensethik
- Theoretische Grundlagen zur Wirtschafts- und Unternehmensethik
- Verhältnis von Ökonomie und Ethik
- Geschichte der Wirtschafts- und Unternehmensethik
- Erläuterung wesentlicher Begriffe
- Abgrenzung von Individual-, Unternehmens- und Wirtschaftsethik
- Ansätze zur Wirtschafts- und Unternehmensethik
- Philosophische Ansätze
- Deutschsprachige Ansätze
- Englischsprachige Ansätze
- Ansatzpunkte zur Umsetzung von Unternehmensethik im Gesundheitswesen
- Aktuelle Probleme
Lernziele
- die Fähigkeit, die Notwendigkeit einer ethischen Reflexion in der Ökonomie im Allgemeinen und im Gesundheitssektor im Besonderen zu verstehen und zu begründen
- die Fähigkeit, eine größere Sensibilität für das ethische Konfliktpotenzial in der Ökonomie zu entwickeln
- die Möglichkeit, ihre analytischen Fähigkeiten im Hinblick auf die Handhabung ethischer Dilemmata weiterzuentwickeln
- die Fähigkeit, unterschiedliche normative Sichtweisen systematisch auf deren moralische Geltung hin zu untersuchen
- die Fähigkeit, ihre eigene Führungspraxis im Gesundheitssektor kritisch zu hinterfragen und neu zu bewerten
- die Anwendung bestimmter ethischer Prinzipien auf moralische Konfliktfälle im Gesundheitssektor
- empirische Forschungsarbeiten und Untersuchungen zu verstehen und kritisch zu analysieren.
Prüfungsform: Referat ohne Verschriftlichung
Methoden der empirischer Forschung (4 CP)
Inhalte
Das Modul "Methoden empirischer Forschung" gibt einen Überblick über relevante Methoden und Techniken der empirischen Forschung. Dabei werden Grundlagen quantitativer und qualitativer Methoden vermittelt. Zudem werden Methoden empirischer Forschung in Bezug auf ihre Erhebungsmethoden, ihrer Aussagekraft und ihrer Bedeutung für die Praxis diskutiert. In einem Veranstaltungsteil wird auf Konzepte näher eingegangen, die Schlussfolgerungen über Ursache-Wirkungszusammenhänge (Kausale Inferenz) auf Basis von randomisierten kontrollierten Experimenten und quasi-experimentellen Designs ermöglichen. Die Studierenden werden in die Lage versetzt, kleinere empirische Untersuchungen wie Befragungen, Beobachtungen oder Experimente durchzuführen und auszuwerten sowie Konzepte für Studien mit kausaler Inferenz zu erstellen
Lernziele
- einen Überblick über methodologische Aspekte empirischen wissenschaftlichen Arbeitens
- die Fähigkeit zur Kritik wissenschaftlicher Resultate mit besonderer Berücksichtigung des Gesundheitsbereiches
- einen Einblick in experimentelle und quasi-experimentelle Verfahren zur Ermittlung kausaler Effekte
- eigene empirische Untersuchungen zu konzipieren und durchzuführen sowie Entscheidungen daraus abzuleiten
Prüfungsform: Referat mit Verschriftlichung
(Zwei Referate zu jeweils 10 – 15 Minuten, jeweils mit 3 – 7 Seiten schriftlicher Ausarbeitung)
Strategische Unternehmensführung (4 CP)
Inhalte
Das Gebiet der strategischen Unternehmensführung ist für die Praxis im Gesundheitssektor von großer Bedeutung. Die Beschäftigung mit den strategischen Aspekten der Unternehmensführung erscheint nicht nur reizvoll, sondern auch notwendig. Das langfristige Überleben am Markt und die nachhaltige Erzielung von Wettbewerbsvorteilen sind i.d.R. nicht vorrangig auf Indikatoren wie Größe oder Alter eines Unternehmens zurückzuführen, sondern vielmehr auf dessen erfolgreiche Strategien. Die Entwicklung und Umsetzung von Strategien stellen deshalb zentrale Aufgaben für das Management von Unternehmen im Gesundheitssektor dar.
Um eine breite und nachvollziehbare Basis für das Verständnis des strategischen Managements zu schaffen, werden in diesem Modul zunächst wichtige Grundbegriffe sowie der Zweck des strategischen Managements erläutert. Im Anschluss wird ein Prozessmodell des strategischen Managements präsentiert und dessen wesentliche Phasen ausführlich diskutiert. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Diskussion aktueller strategischer Herausforderungen für Unternehmen. In diesem Rahmen werden zunächst die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Strategien und Geschäftsmodelle von Unternehmen beleuchtet. Es wird herausgearbeitet, dass die Digitalisierung den gesamten Strategieprozess beeinflusst und verändert. Zudem wird die Notwendigkeit diskutiert, Aspekte der Nachhaltigkeit in die Strategieentwicklung zu integrieren. Erfolgreiche Unternehmen verfolgen nicht ausschließlich ökonomische Ziele, sondern berücksichtigen auch ESG-Kriterien (E = Environment, S = Social, G = Governance) in ihren Unternehmensstrategien. Sämtliche Inhalte werden anhand von Praxisbeispielen verdeutlicht.
Themenschwerpunkte
- Einführung
- Zweck des strategischen Managements
- Begriffliche Abgrenzungen
- Digitalisierung und Innovator’s Dilemma
- Eine Konzeption des strategischen Managements
- Das Konzept im Überblick
- Formulierung der Vision und Setzen strategischer Ziele
- Segmentierung des Geschäfts
- Strategische Analyse als Voraussetzung zur Formulierung von Strategien
- Strategiebestimmung
- Strategieimplementierung und strategische Kontrolle
- Strategisches Management und ethische Reflexion Fallstudien und Anwendung im Gesundheitssektor
Lernziele
- sollen mit einem profunden Wissen an Hintergründen, Mechanismen und Verfahrensweisen einer marktorientierten Unternehmensführung ausgestattet werden
- lernen, das Unternehmen als System der Interaktion zwischen Umwelt, Organisationsstruktur, Organisationskultur und Unternehmensstrategie zu verstehen
- lernen, verschiedene Instrumente des strategischen Managements kennen
- sollen in die Lage versetzt werden, die erlernten Inhalte auf konkrete Praxisprobleme anzuwenden und selbstständig strategische Entscheidungen von Unternehmen zu analysieren
- lernen, sich mit den verschiedenen Aspekten der Rolle als Manager/in und den besonderen Herausforderungen von Top-Entscheidungsträgern/innen im Gesundheitssektor auseinanderzusetzen
- lernen, komplexe Zusammenhänge von Aktionen und Reaktionen im Markt des Gesundheitswesens zu verstehen.
Prüfungsform: Referat ohne Verschriftlichung
2. Semester
Gestaltung und Veränderung von Organisationen (4 CP)
Inhalte
Das Modul geht von der Tatsache aus, dass in der modernen Gesellschaft die wesentlichen Entscheidungen in und durch Organisationen getroffen werden. Die Struktur des Prinzips ‚Organisation‘ soll in diesem Sinne vermittelt werden. Das setzt voraus, dass Kommunikations- und Entscheidungsprozesse in Organisationen verstanden werden; das leisten klassische und aktuelle Organisationstheorien. Diese zu beeinflussen und zu verändern das leistet die Verbindung von system- und akteurstheoretischen Konzepten. So lassen sich die Handlungskorridore ausmessen, die einem ‚Change Management‘ in Organisationen offenstehen.
Themenschwerpunkte
- Theorien der Organisation: Unterscheidung zwischen präskriptiv- normativen und empirisch-analytischen Ansätzen
- Strukturen von Organisationen: Konstruktions- und Entwicklungskonzepte
- Rahmenbedingungen für Veränderungsprozesse und Prinzipien lernender Organisationen
- Gestaltung von Veränderungsprozessen (Planung, Durchführung und Integration)
- Anforderungen an Führungskräfte im Rahmen von Veränderungsprozessen
Lernziele
Übergreifende Lernziele
- Aufgreifen der erfahrungsgeleiteten und vermutlich noch nicht systematisch entschlüsselten Sichtweisen auf die ‚Organisation Krankenhaus‘
- Systematisierung und Erklärung anhand von sozialwissenschaftlichen Theorien über das Entstehen und den Wandel von Organisationen
- Vermittlung eines grundlegenden Verständnisses des Krankenhauses als ‚soziale Organisation‘
- Herstellung eines Verständnisses darüber, warum organisationaler Wandel so schwierig ist und weshalb Strategien entwickelt werden müssen, die zu einer sich selbst verändernden Organisation beitragen.
Spezifische Lernziele:
- Die Studierenden lernen die wesentlichen Ansätze von Organisationstheorien kennen und können sie zur Erklärung von Funktionsweisen und Problemen bei der Führung und Gestaltung von Organisationen heranziehen
- Organisationen als Systeme zu verstehen und zu analysieren
die Rolle von Organisationen in der Gesellschaft zu verstehen und den Platz der eigenen Organisation in der gesellschaftlichen Umwelt zu identifizieren - Organisationen als lernende Systeme zu begreifen und zu entwickeln und die Anforderungen für die Gestaltung von Veränderungsprozessen in Organisationen zu erkennen
- den Zusammenhang zwischen organisationalen Prozessen und Entscheidungen und den Handlungsoptionen der in der Organisation tätigen Akteure nachzuvollziehen und mögliche Risiken und Änderungspotentiale zu erkennen
- die Chancen und Risiken für Maßnahmen des organisatorischen Wandels zu erkennen und so eine Handlungsorientierung zu gewinnen.
Prüfungsform: Klausur/Take-Home-Exam
Recht im Gesundheitssektor (4 CP)
Inhalte
Die Studierenden erhalten einen Überblick über die wichtigsten Rechtsgebiete, die für die Leitung oder Tätigkeit in Führungspositionen von Einrichtungen im Gesundheitssektor relevant sind. Das Modul "Recht im Gesundheitssektor" behandelt die Bereiche Gesellschafts- und Wirtschaftsrecht.
Das Gesellschafts- und das Haftungsrecht werden auf die speziellen Bedarfe des Gesundheitswesens umgesetzt. Das ist nur möglich, wenn die besonderen politischen, sozialen und finanziellen Voraussetzungen des Gesundheitswesens permanent mitreflektiert und – diskutiert werden.
Themenschwerpunkte
- Vertragsbeziehungen der Krankenkassen zu ihren Leistungserbringern
- Ärztliches Berufsrecht, Recht der sonstigen Heilberufe
- Arzthaftungs- und Arztstrafrecht
- Vertrags- und Gesellschaftsrecht für Heilberufe
- Krankenhausrecht und Krankenhausfinanzierungsrecht
- Arzneimittel- und Apothekenrecht
- Arbeitsrecht, speziell im Krankenhaus
- Neue Formen der gesundheitlichen Versorgung, Kooperationsmodelle
- Gesellschaftsrecht im Überblick
- Aktuelle Rechtsentwicklung aufgrund der Corona-Pandemie
Lernziele
- das Medizinrecht, speziell das Krankenhausrecht, im Überblick kennen
- die Organisation des Krankenhauses (Rahmenbedingungen z.B. Fallpauschalen, Gliederung des KH) zu bewerten
- Vor- und Nachteile von Privatisierungen zu reflektieren
- das spezielle Arbeitsrecht z.B. der Chefärzte (Vergütung, Zielvereinbarungen) kennen
- die Kooperationsmöglichkeiten kennen und deren Chancen und Risiken für die einzelnen Leistungserbringer abzuwägen
- die straf- und zivilrechtlichen Folgen von Behandlungsfehlern kennen
- die gängigen Vermeidungsstrategien zu erfassen
- die rechtlichen Auswirkungen der Anwendung des DRG-Systems (potentielle Haftungsrisiken) zu kalkulieren und ggf. zu minimieren
- die Auswirkungen von Pandemien auf das Gesundheitswesen, speziell das Krankenhauswesen, zu reflektieren und zukünftige Herausforderungen zu erkennen
Im Rahmen der Erstellung der Hausarbeit besteht darüber hinaus die Gelegenheit, das Erlernte zu nutzen, um Probleme des eigenen beruflichen Bereichs vertiefend zu behandeln und Lösungswege zu erarbeiten.
Prüfungsform: Hausarbeit (Umfang 12 – 20 Seiten)
Personalmanagement und Führung im Gesundheitssektor (4 CP)
Inhalte
Das Modul Personalmanagement und Führung widmet sich zunächst den theoriegeleiteten Grundlagen des Personalmanagements und der Führung im Gesundheitswesen aus der Perspektive der Expertenorganisation. Besonderer Fokus liegt auf den unterschiedlichen Institutionen im Gesundheitswesen im Spannungsfeld von For-Profit- und Non-Profit-Organisationen, zu denen neben Kliniken, Medizinischen Versorgungs-Zentren (MVZen) auch Kostenträger, ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie die Akteure des zweiten und dritten Gesundheitsmarktes zählen. Von besonderer Relevanz ist der rechtliche Ordnungsrahmen, der gleichsam die Gestaltungsmöglichkeiten des Personalmanagements und der Führung stark prägt. Die Studierenden sollen befähigt werden, auf theoretisch und methodisch fundierter Basis qualifizierte Personal- und Führungsentscheidungen im Gesundheitswesen zu treffen. Von hoher Relevanz ist Theorie-/Praxistransfer in Gestalt adjustierter Problemlösungen, die sich am konkreten Einzelfall ausrichten.
Themenschwerpunkte
- Grundlagen des strategischen und operativen Personalmanagements
- Führung und Steuerung von Gesundheitsunternehmen im ersten, zweiten und dritten Gesundheitsmarkt
- Führung und Steuerung von Expertenorganisationen im Gesundheitswesen
- Methoden und Instrumente des Personalmanagements und der Führung im Gesundheitswesen
- Change Management im Gesundheitswesen
- Führungsparadigmen, Führungsstile und Führungssituationen im Gesundheitswesen
- Personalmanagement und Führung unter VUCA-Bedingungen
- Personal-Controlling und Leadership-Imperative im Gesundheitswesen
- Personal- und Organisationsentwicklung im Gesundheitswesen
- Personalplanung und Kompetenzentwicklung als Basis von Leadership-Konzepten
- Führung von Gesundheitsunternehmen
- Führung in Gesundheitsunternehmen
Lernziele
Die Studierenden
- lernen unterschiedliche personalpolitische Perspektiven und Ansätze kennen
- kennen wichtige arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen
- kennen wesentliche personalpolitische Instrumente
- sind in der Lage, komplexe personalpolitische Probleme zu strukturieren
- können den Einsatz personalpolitischer Instrumente anhand von Fallbeispielen analysieren und bewerten
- können personalpolitische Konzepte auf unterschiedliche praktische Fragestellungen anwenden
- kennen gängige Führungsinstrumente und reflektieren ihre Rolle als Führungskraft
Prüfungsform: Referat mit Verschriftlichung
(Referat 15 – 20 Minuten, mit 8 – 15 Seiten schriftlicher Ausarbeitung )
Externes betriebliches Informationswesen – Bilanz- und Rechnungswesen (4 CP)
Inhalte
Das Bilanz- und Rechnungswesen stellt die finanziellen Beziehungen zwischen dem Gesundheitsunternehmen und seiner Umwelt dar und ist somit eine der wichtigsten Quellen des Managements für bewertungsrelevante Informationen hinsichtlich einer externen Unternehmensanalyse.
Themenschwerpunkte
- Organisatorische und rechtliche Grundlagen der Bilanzierung nach HGB
- Besondere Anforderungen der Rechnungslegung in Gesundheitsunternehmen
- Erstellung des Jahresabschlusses und Bilanzierung ausgewählter Posten
- Gewinn- und Verlustrechnung
- Auswertung und Interpretation kennzahlenbasierter Jahresabschlussanalysen
Lernziele
Die Studierenden erwerben Kenntnisse über das externe Rechnungswesen, welches alle finanziellen Beziehungen zwischen "Gesundheits"-Unternehmen und seiner Umwelt abbildet. Sie sind in der Lage, die Ziele, Aufgaben und Instrumente der Bilanzierung als Quelle des Managements und der Unternehmungssteuerung zu verstehen, anzuwenden, zu bewerten und kritisch zu analysieren. Dabei werden diese als Grundlage für Entscheidungen mit Auswirkungen für Share- und Stakeholder erkannt, bewertet und interpretiert.
Prüfungsform: Klausur/Take-Home-Exam
Internes betriebliches Informationswesen – Kostenmanagement (4 CP)
Inhalte
Die Kostenrechnung bzw. das Kostenmanagement liefert als internes betriebliches Informationswesen alle Informationen hinsichtlich des Verbrauchs von Ressourcen, das heißt hinsichtlich der eingesetzten Produktionsfaktoren für die geplante bzw. durchgeführte Leistungserstellung. Aufgrund dieser Informationen werden fundierte und aussagefähige Entscheidungen über die Erstellung von Leistungen möglich.
Themenschwerpunkte
- Kostenrechnung als Management-Informationssystem
- Aufbau der Kosten- und Leistungsrechnung (Kostenarten-, Kostenstellen-, Kostenträgerrechnung)
- Vollkostenbasierte Kalkulationsverfahren in Gesundheitsunternehmen
- Entscheidungsorientierter Einsatz der Deckungsbeitragsrechnung
- Praxisorientierte Umsetzung von Kostenmanagement-Instrumenten
- Anforderungen an ein modernes Kostenmanagement
Lernziele
- Kenntnisse über die betriebliche Notwendigkeit einer optimalen Kostenrechnung
- Fähigkeit, Informationen über interne Prozesse der Kostenverursachung zu gewinnen und angemessene Lösungsstrategien zu entwickeln
- Fähigkeit, das interne betriebliche Informationswesen abzuwägen und entscheidungsorientiert einzusetzen
- Fähigkeit, die Aussagekraft der verschiedenen Kostenmanagementsysteme zu erkennen und deren Ergebnisse in den Gesamtkontext einer Unternehmensentscheidung eigenständig zu stellen und zu diskutieren
Prüfungsform: Referat ohne Verschriftlichung (Umfang 15 – 20 Minuten)
3. Semester
Controlling (4 CP)
Inhalte
Die Erkenntnisse aus den Modulen "Externes betriebliches Informationswesen – Bilanz- und Rechnungswesen" und "Internes betriebliches Informationswesen – Kostenmanagement" werden aufgenommen und entsprechend weiterentwickelt. Modernes Controlling hat die Aufgabe, unter Berücksichtigung institutionenökonomischer Erkenntnisse, dem Management die jeweiligen Auswirkungen von inhaltlichen Entscheidungen aufzuzeigen und Alternativen anzubieten. Hierbei werden unterschiedliche Controllingsysteme und einzelne Controllinginstrumente kombiniert eingesetzt und je nach Zielformulierung auf- und ausgebaut.
Themenschwerpunkte
- Controlling als Management-Informationssystem und Grundlage für Entscheidungshandlungen von Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern
- Controlling-Instrumente zur Führungsunterstützung von Unternehmen des Gesundheitswesens
- Planung und Budgetierung
- Instrumente des Risikocontrollings
- Monetäre und nicht-monetäre Kennzahlensysteme zur Unternehmensanalyse
Lernziele
- Kenntnisse über Controllingtheorien und Funktionsweisen verschiedener Controllingsysteme
- Fähigkeit eigenständige ausgewählte Controllinginstrumente einzusetzen und deren Vor- und Nachteile abzuwägen
- Fähigkeit selbständig und reflektierend Kennzahlen zu entwickeln, einzusetzen und deren Einsatz fachlich zu begründen
- Fähigkeit, ein Budgetierungssystem zu bewerten und eigenständige Vorschläge zur Verbesserung des Reporting zu erbringen
- Kenntnisse über Anforderungen an ein Risikocontrollingsystem
- Bereitschaft Controlling als zentrale Unternehmensfunktion gegenüber Wissensträgerinnen und Wissensträgern einer Gesundheitsunternehmung offensiv zu vertreten und argumentativ abzusichern
- Fähigkeit ausgewählte Controllinginstrumente anhand praxisorientierter Aufgabenstellungen kooperativ in einem Gruppenarbeitsprozess umzusetzen und die Ergebnisse zu präsentieren
Prüfungsform: Hausarbeit (Umfang 12 – 20 Seiten)
Finanz- und Investitionsmanagement (4 CP)
Inhalte
Auf der Basis der in den Vorsemestern erlangten Kenntnisse werden betriebliche Entscheidungsprozesse im Rahmen des Finanzmanagements vermittelt. Ausgehend von der Finanzplanung werden statische und dynamische Methoden der Investitionsbewertung, unterschiedliche Finanzierungsquellen und Instrumente der Finanzkontrolle dargestellt und um Implikationen der Unternehmensbewertung erweitert.
Themenschwerpunkte
- Bedeutung der Finanzwirtschaft für das Management von Unternehmen
- Finanz- und Liquiditätsplanung und Kontrolle
- Finanzwirtschaftliche Entscheidungskriterien und deren Anwendung auf einzelne Finanzinstrumente und das Formalziel der Unternehmen
- Investitionsentscheidungsprozesse insbesondere in den Bereichen Ersatz/Erweiterung/Innovation
Lernziele
Die Studierenden erwerben Kenntnisse über Ziele, Aufgaben und Instrumente des Finanz- und Investitionsmanagements als Planung, Steuerung und Kontrolle aller betrieblichen Zahlungsströme. Sie sind in der Lage, diese sowohl bei werte- und/oder kapitalmarktorientierter Unternehmensführung kritisch zu analysieren, in der Praxis zu implementieren und zu beurteilen.
Prüfungsform: Klausur/Take-Home-Exam
Marketing im Gesundheitssektor (4 CP)
Inhalte
Die von Gesundheitsunternehmen erstellten Dienstleistungen haben im Gegensatz zu anderen Dienstleistungen einen hohen Anteil immaterieller Leistungen, in deren Bewertung auch subjektive Momente einfließen. Dies stellt das Marketing im Gesundheitssektor vor spezielle Herausforderungen.
Themenschwerpunkte
- Theoretische und praktische Anforderungen an ein Dienstleistungsmarketing-Konzept im Gesundheitssektor
- Marketingpolitik im Gesundheitssektor
- Management-Aspekte eines strategischen Dienstleistungsmarketings
- Planspielbasierte Entwicklung eines ganzheitlichen Marketingkonzeptes
Lernziele
- Erwerb eines ganzheitlichen Marketingverständnisses
- Kenntnisse und Verständnis von Methoden und Theorien der Marktanalyse, des Konsumentenverhaltens, der strategischen Marketingplanung und der instrumentellen Marktbearbeitung
- Methoden zur Marktanalyse und Strategiefindung anhand eines Gesundheitsunternehmens in einer spezifischen Problemsituation kooperativ anzuwenden und zu reflektieren
- Möglichkeiten und Grenzen der Instrumente des Gesundheitsmarketing zu erkennen
- ein in der Praxis umsetzbares Marketing-Konzept für ein Gesundheitsunternehmen in einer spezifischen Problemsituation in Kooperation zu erarbeiten
- das eigenständig erarbeitete Konzept zu präsentieren und zu begründen
- Kritische Bewertung des Einsatzes von Marketing-Instrumente unter Berücksichtigung divergierender Ziele von Stakeholdern
- Reflektion der Motivationen und des Handelns wichtiger Teilnehmer im Gesundheitsmarkt und deren Folgen für das eigene Handeln
- Entwicklung und Begründung einer eigenen Position zu Zielen, Möglichkeiten und Grenzen des Gesundheitsmarketing
Prüfungsform: Referat mit Verschriftlichung
(Referat 15 – 20 Minuten, mit 3 – 7 Seiten schriftlicher Ausarbeitung)
Digitalisierung im Gesundheitssektor (4 CP)
Inhalte
Der Gesundheitsmarkt ist von überdurchschnittlichen Wachstumschancen einerseits und erheblichem Kostendruck sowie verkrusteten Strukturen andererseits geprägt. Aktuelle und künftige Herausforderungen erfordern neue (digitale) Produkte, Prozesse und Organisationsformen, um ein Mehr an Effektivität und Effizienz in der Gesundheitsversorgung zu realisieren. Um dies zu realisieren, müssen Notwendigkeit, Verständnis und Potenziale der Digitalisierung im Gesundheitswesen erfasst werden. Maßgeblich hierfür sind Aspekte der Entwicklung der (gesundheits-) politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen der Digitalisierung im Gesundheitswesen sowie deren Konsequenzen für die Akteure des Gesundheitswesens. Hierauf basierend werden ausgewählte Themenschwerpunkte an der Schnittstelle von Gesundheitsversorgung, Ökonomie und Technik thematisiert und bewertet.
Themenschwerpunkte
- Kontextfaktoren der Digitalisierung im Gesundheitswesen
- Neue Technologien (5G, Künstliche Intelligenz, Robotik, etc.) und deren Rolle als Enabler der Digitalisierung im Gesundheitswesen
- Ausgewählte Anwendungen der Digitalisierung in allen Teilbereichen des Gesundheitswesens und deren Auswirkung auf Qualität und Wirtschaftlichkeit der
- Versorgung
- Veränderte Wertschöpfungsmodelle in der Gesundheitsversorgung und -wirtschaft durch Digitalisierung
- Neue Akteure im Gesundheitswesen und deren (digitale) Geschäftsmodelle
- Vergleich ausgewählter internationaler Versorgungsmodelle und der darin zum Einsatz kommenden Digital Health Ansätze
Lernziele
- sind nach Abschluss des Moduls in der Lage, Prozesse und Zusammenhänge im Gesundheitsmarkt zu verstehen, wissenschaftlich fundiert (gesundheits-) ökonomisch zu bewerten und darauf basierend digitale Technologien sinnvoll einzusetzen
- können nach Abschluss des Moduls die Potenziale digitaler Anwendungen im Gesundheitswesen vor dem Hintergrund der rechtlichen, technischen und marktlichen Kontextfaktoren bewerten
- sollen befähigt werden, als Führungskräfte im Gesundheitswesen aus allgemeinen Mustern individuelle Lösungen auch für den eigenen beruflichen Kontext abzuleiten und innovative Versorgungs- und Geschäftsmodelle im Gesundheitswesen umzusetzen.
Prüfungsform: Hausarbeit (12 – 20 Seiten)
Aktuelle Themen der Forschung im Gesundheitssektor (4 CP)
Inhalte
In diesem Modul werden aktuelle Themen und Entwicklungen der Forschung zum Management im Gesundheitssektor aufgenommen und thematisiert. Die Studierenden sollen sich mit den aktuellen Herausforderungen im Gesundheitswesen beschäftigen. Im Mittelpunkt stehen dabei das Gesundheitssystem, seine Akteure und die zahlreichen Stakeholder. Es werden mögliche Auswirkungen von Trends, aktuellen Themen und Veränderungen diskutiert und Handlungsstrategien und -empfehlungen abgeleitet.
Das aktuelle Thema ist derzeit: Management von Innovationen und Technologie im Gesundheitswesen
Die Themen werden fortlaufend der aktuellen wissenschaftlichen Diskussion angepasst.
Lernziele
- sich mit aktuellen Themen der Forschung zum Management im Gesundheitssektor auseinanderzusetzen
- eine systematische und forschungsbasierte Herangehensweise an aktuelle Themen und Entwicklungen im Gesundheitssektor kennen
- aktuelle Kontexte im Gesundheitssektor zu beschreiben und zu klassifizieren
- komplexe Zusammenhänge von Aktionen und Reaktionen im Markt des Gesundheitswesens zu verstehen
- wissenschaftliche Studien zu analysieren und zu interpretieren.
Prüfungsform: Hausarbeit (Umfang: 12 – 20 Seiten)
Abschlussarbeit
Nach Ende des 3. Semesters schreiben die Studierenden eine Abschlussarbeit. Die Masterabschlussarbeit ist eine wissenschaftliche Hausarbeit, mit der der Nachweis erbracht werden soll, dass die Studentin bzw. der Student ein vorgegebenes Thema selbstständig unter Anwendung wissenschaftlicher Methoden und Erkenntnisse bearbeiten kann. Die Abschlussarbeit hat einen Umfang von 40 bis 60 Seiten (ohne Anhänge und Verzeichnisse) und ist in einem Zeitraum von zwei Semestern (ein Jahr) anzufertigen.