Liebe versus Freundschaft in Shakespeares Komödien
Dr. Stefan Schenk-Haupt
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Veranstaltungsart: Vortragsreihe
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Veranstaltungsnr.: 01.017
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Termin: Mo 16:15 bis 17:45 Uhr20.04., 27.04., 18.05., 01.06., 08.06., 22.06.2026
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Veranstaltungsort: Von-Melle-Park 6, Hörsaal F
Teilnehmerbegrenzung für Kontaktstudierende: keine
Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:
In der europäischen Renaissance wurde die verbindliche Freundschaft durchaus höher gehandelt als die liebende Verbundenheit zwischen Mann und Frau. Das liegt mit Sicherheit auch an der sozialen Komponente von Eheschließungen: Die Verbindung von "Häusern" durch das Verheiraten der Nachkommenschaft erfüllte eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Kinder waren in dieser Hinsicht ein ökonomisches Kapital und ein Besitzstand, den man vorteilhaft einzusetzen gedachte. Freundschaft war davon unabhängig: Seine Freunde konnte man frei wählen, und auch die Dynamik der Beziehung konnte sich freier entfalten.
Ein Literat vom Schlage Shakespeares stellt nicht die Macht und die emotionale Wucht des Verliebens in Frage – wohl aber die Konsequenzen, wenn man der freien Liebesentscheidung, etwa im Sinn einer "romantischen Liebe", freien Lauf lässt. In Romeo and Juliet führt dies in eine tragische Verstrickung. Die Komödien sind naturgemäß leichtfüßiger, doch auch hier lässt sich beobachten, dass ein vorbehaltlos glückliches Ende nicht des Dichters Sache ist. Das frühe Stück Two Gentlemen of Verona wartet mit einer haarsträubenden Klimax auf, von der sich die liebenden wie die freundschaftlichen Beziehungen am Ende nicht wirklich erholen. Dieser Konflikt wird ebenfalls durchgespielt in Much Ado About Nothing. Benedick und Claudio sind Freunde, am Ende finden beide auch zu ihren jeweiligen Frauen, doch alle Beziehungen untereinander werden schwer belastet. Man sieht, dass der Konflikt zwischen Freundschaft und Liebe Shakespeare beschäftigt hat – am Ende seiner Karriere nimmt er noch einmal den Anlauf, diesen Konflikt mustergültig durchzuspielen, offenbar, weil ihm dies bislang noch nicht befriedigend geglückt ist. Two Noble Kinsmen, geschrieben in Kollaboration mit John Fletcher, scheitert erneut an der unternommenen Sache, und danach hat der Self-made-Mann aus dem bescheidenen Stratford überhaupt nichts mehr geschrieben.
Die Vortragsreihe will den Problemen, den anvisierten Lösungen und dem Scheitern einer zufriedenstellenden Darstellung dieses Shakespeare besonders am Herzen gelegenen Konflikts nachgehen. Englischkenntnisse sind nicht erforderlich.
Literaturhinweise:
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Greenblatt, St. u. a. (Hg.): The Norton Shakespeare, 3. Aufl., New York, 2016
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Schabert, I. (Hg.): Shakespeare-Handbuch. Die Zeit – Der Mensch – Das Werk – Die Nachwelt, 5. Aufl., Stuttgart, 2018
Wichtige Hinweise zum Zusatzprogramm
- Veranstaltungen des Zusatzprogramms werden direkt vom Zentrum für Weiterbildung (ZFW) organisiert.
- Aktuelle Programmänderungen finden Sie auf der Seite Programmänderungen.
Termine Wintersemester 2026/27
Anmeldung zum Kontaktstudium ab 14.08.2026 möglich!
- Anmeldeschluss Losverfahren, STiNE-Zugang und Fakultätsprogramm: 13.09.2026
- Nachbelegungsphase für bereits angemeldete Teilnehmende bis 30.09.2026
- Restplatzvergabe Zusatzprogramm bis 29.10.2026
- Vorlesungszeit: 12.10.2026 bis 30.01.2027
- Weihnachtsferien: 20.12.2026 bis 03.01.2027
Wegweiser ins Kontaktstudium
- Sie wollen sich an der Uni weiterbilden, streben aber keinen Abschluss an?
- Sie wollen sich intensiv mit einem Wissensgebiet auseinandersetzen?
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