Melancholie – psychisches Phänomen und künstlerisches Thema, Teil 2
Prof. Dr. em. Peter Hühn
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Veranstaltungsart: Vorlesung
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Veranstaltungsnr.: 01.010
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Termin: Mi 12:15 bis 13:45 UhrZeitraum: 08.04. bis 03.06.2026
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Veranstaltungsort: Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel West, Raum 221
Teilnehmerbegrenzung für Kontaktstudierende: keine
Ziele / Inhalte / Arbeitsweisen:
Die Melancholie ist ein ambivalentes psychisches Syndrom, eine zugleich positive und negative Gemütslage, Disposition und Lebenseinstellung, umfassender und komplexer als die rein negativ – klinisch, als Krankheit – definierte Depression, die in der Gegenwart seit der Herausbildung der Psychiatrie in der allgemeinen Auffassung und Wahrnehmung an die Stelle getreten ist. Diese besondere psychische Disposition ist ein altes und kontinuierliches Thema der europäischen Kulturgeschichte seit der Antike, verstärkt seit der Renaissance, und bis in die Gegenwart. Diese Veranstaltung schließt an meine gleichlautende Vorlesung im WS 2025/26 an und setzt sie fort, kann aber ohne Schwierigkeiten auch ohne deren vorhergehenden Besuch verstanden werden.
Die Vorlesung beginnt mit einem grundlegenden Überblick über die Vorgeschichte der Melancholie im Kontext der antiken Humoralpathologie, d. h. der Vier-Säfte-Lehre, als Übergewicht der schwarzen Galle im Körper (griechisch: „mélaina cholé“), und ihrer Wiederbelebung und Weiter-Entwicklung in der europäischen Renaissance, seit dem späten 15. Jh. Der Hauptteil der Vorlesung verfolgt die Darstellung und Verarbeitung der Melancholie als bedeutendes und durchgängiges Thema der Kunst- und Literaturgeschichte von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart (Malerei, Graphik, Lyrik, Erzählungen, Dramen, Lieder und Songs) in Deutschland sowie mit Beispielen besonders aus England, aber auch aus den USA, Frankreich und Spanien. Es werden überwiegend andere Beispiele als in der früheren Vorlesung behandelt, mit besonderem Fokus auf dem 19. und 20. Jh. und bis in die unmittelbare Gegenwart.
Melancholie in dieser spezifischen, historisch sich entwickelnden Konzeption scheint ein primär europäisches, und zwar gesamt-europäisches Phänomen zu sein. Es gibt aber ein vielleicht verwandtes psychisches Konzept in der japanischen Kultur, mit einer ebenfalls langen Wirkungsgeschichte (mono no aware), auf das die Vorlesung vergleichend mit literarischen und graphischen Beispielen eingehen wird.
Wie immer sind Bemerkungen und Diskussionsbeiträge der Teilnehmenden willkommen.
Literaturhinweise:
- Texte und Literaturhinweise werden vor Beginn in AGORA eingestellt.
Wichtige Hinweise zum Zusatzprogramm
- Veranstaltungen des Zusatzprogramms werden direkt vom Zentrum für Weiterbildung (ZFW) organisiert.
- Aktuelle Programmänderungen finden Sie auf der Seite Programmänderungen.
Termine Wintersemester 2026/27
Anmeldung zum Kontaktstudium ab 14.08.2026 möglich!
- Anmeldeschluss Losverfahren, STiNE-Zugang und Fakultätsprogramm: 13.09.2026
- Nachbelegungsphase für bereits angemeldete Teilnehmende bis 30.09.2026
- Restplatzvergabe Zusatzprogramm bis 29.10.2026
- Vorlesungszeit: 12.10.2026 bis 30.01.2027
- Weihnachtsferien: 20.12.2026 bis 03.01.2027
Wegweiser ins Kontaktstudium
- Sie wollen sich an der Uni weiterbilden, streben aber keinen Abschluss an?
- Sie wollen sich intensiv mit einem Wissensgebiet auseinandersetzen?
- Sie haben vielfältige Interessen und wollen sich gerade nicht auf ein einzelnes Studienfach festlegen, sondern lieber querbeet reinschnuppern?
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