Pop und Protest: Ringvorlesung am Asien-Afrika-Institut
Identität, Widerstand und Musik in Asien und Afrika
Die Ringvorlesung am Asien-Afrika-Institut untersucht Popkultur als Medium gesellschaftlicher Kritik, politischer Mobilisierung und Identitätsbildung in unterschiedlichen kulturellen Kontexten Asiens und Afrikas. Der Fokus auf dem Gebiet der Musik erlaubt einen vergleichenden Blick über Regionen und disziplinäre Grenzen hinweg. Die Vorlesung behandelt Pop als politisches und gesellschaftliches Feld und greift dabei Theorien zu Popkultur, Protest, Öffentlichkeit, Kunst und Medien jenseits einer eurozentristischen Perspektive auf. Die behandelten Themen reichen von Protest Liedern in Syrien und popkulturellen Massenpartys in Saudi-Arabien über Cui Jian und Rockmusik in China, Kerzenlichtproteste in Südkorea bis Hip Hop in Vietnam.
Wann wird Pop politisch – und wann Protest popkulturell? Welche Rolle spielen Kommerz, Zensur und Medien? Wie verhandeln Künstler*innen Macht und Moral, Gender und Nation, Religion und Globalisierung? Die Vorlesung fragt nach den Bedingungen kultureller Produktion in autoritären, postkolonialen und demokratischen Kontexten, nach Zensur und Selbstzensur, nach Kommerzialisierung und Vereinnahmung, aber auch nach subversiven Strategien, Ironie und ästhetischer Codierung.
Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit von Islamwissenschaft, Japanologie, Koreanistik, Turkologie und Südostasienstudien entsteht ein transregionaler Vergleichsraum, der Gemeinsamkeiten ebenso sichtbar macht wie spezifische historische Konstellationen. Pop erscheint so weder als bloße Unterhaltung noch als romantisierter Widerstand, sondern als ambivalentes Feld zwischen Markt, Staat und Straße – als Klangraum politischer und gesellschaftlicher Imagination.
mittwochs, 14:15 - 15:45 Uhr, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost, Raum 221
Die Vorträge im Einzelnen
21.10.2026
Wann wird Pop politisch? Populärkultur im transregionalen Vergleich Asien-Afrikas
Jun.-Prof. Dr. Nora Derbal, Islamwissenschaft / Jun.-Prof. Dr. Kerstin Fooken, Japanologie / Prof. Dr. Yvonne Schulz Zinda, Koreanistik / Jun.-Prof. Dr. Alexander Balistreri, Turkologie / Prof. Dr. Elsa Clavé, Südostasienstudien
Wann wird Pop politisch? Populärkultur im transregionalen Vergleich Asien-Afrikas
Jun.-Prof. Dr. Nora Derbal, Islamwissenschaft / Jun.-Prof. Dr. Kerstin Fooken, Japanologie / Prof. Dr. Yvonne Schulz Zinda, Koreanistik / Jun.-Prof. Dr. Alexander Balistreri, Turkologie / Prof. Dr. Elsa Clavé, Südostasienstudien
28.10.2026
Von der Peripherie der globalen Musikindustrie in die Welt: Politische Positionierung auf Distanz und Herausforderungen von Gendernormen im Viet Rap
Prof. Dr. Sandra Kurfürst, Cross-Cultural and Urban Communication, Universität zu Köln
11.11.2026
“Keep Running Wild”: Der Rockmusiker Cui Jian in der VR China
Prof. Andreas Steen, Professor of China Studies, Department of Global Studies, Aarhus University, Denmark
18.11. 2026
YouTube als Archiv syrischer Protestmusik: Beispiele aus Ost-Aleppo (2012–2013)
Dr. Clara Wenz, Akademische Rätin auf Zeit, Institut für Musikforschung, Lehrstuhl für Ethnomusikologie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Dr. Clara Wenz, Akademische Rätin auf Zeit, Institut für Musikforschung, Lehrstuhl für Ethnomusikologie, Julius-Maximilians-Universität Würzburg
25.11.2026
EDM-Partys in Saudi-Arabien: Lohnt es sich?
Jun.-Prof. Dr. Nora Derbal, Islamwissenschaft, Universität Hamburg
02.12.2026
"Me so angry" – Nashi 44, eine wütende Madame Butterfly aus Neukölln
Prof. Sebastian Sprenger, Musiktheorie, Hochschule für Musik und Theater Hamburg
09.12.2026 – in Englisch
The Japanese Women’s Hip-Hop Scene: Transnational Feminist Perspectives
Dr. Chiharu Chujo, Associate Professor, Tokyo University of Foreign Studies, Japan
16.12.2026
Klänge des Widerstands. Zur politischen Geschichte alevitischer Musikkulturen im späten 20. Jahrhundert
Prof. Dr. Cem Kara / Hasret Tınaz, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, beide Institut für Alevitische Theologie, Universität Hamburg
13.01.2027
“Keep it Unreal”: Inauthentizität als Emanzipationsstrategie in der japanischen Popularmusik
Dr. Oliver Seibt, Assistant Professor of Cultural Musicology, University of Amsterdam, Netherlands
“Keep it Unreal”: Inauthentizität als Emanzipationsstrategie in der japanischen Popularmusik
Dr. Oliver Seibt, Assistant Professor of Cultural Musicology, University of Amsterdam, Netherlands
20.01.2027 – in Englisch
Lightsticks for Democracy: K-pop Symbols in South Korean Protest Culture
Hanna Park, M.A., Lektorin für Koreanistik, Universität Hamburg
Lightsticks for Democracy: K-pop Symbols in South Korean Protest Culture
Hanna Park, M.A., Lektorin für Koreanistik, Universität Hamburg
27.01.2027
"Meine Güte, bist du auch ein Randalierer?!" Studierende der Turkologie stellen die Lieder der Gezi-Park-Proteste (2013) vor
Jun.-Prof. Dr. Alexander Balistreri, Turkologie, Universität Hamburg
Koordination: Jun.-Prof. Dr. Nora Derbal, Islamwissenschaft / Jun.-Prof. Dr. Kerstin Fooken, Japanologie / Prof. Dr. Yvonne Schulz Zinda, Koreanistik / Jun.-Prof. Dr. Alexander Balistreri, Turkologie / Prof. Dr. Elsa Clavé, Südostasienstudien, alle Universität Hamburg
Datenbank einzelne, öffentliche Vorträge

Foto: UHH
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