Im Sog des Krieges.
Einstellungen zu Militarisierung und Bedrohung im östlichen Europa
An den östlichen Grenzen Europas machen die Menschen bereits seit mehreren Jahren traumatische Erfahrungen mit kriegerischen Auseinandersetzungen – von schwelenden Grenzkonflikten bis hin zur militärischen Invasion. Mittlerweile sind Berichte und Bilder von Krieg und Militarisierung allgegenwärtig. Die Gegenwart mit ihren neuen Bildern und Grenzerfahrungen überwältigt und verdrängt dabei die Frage nach dem mentalen und kulturellen Leben der Menschen. Wie denken die Menschen, die unmittelbar von Krieg und Militarisierung betroffen sind? Wie haben sich ihre Einstellungen und Mentalitäten in den letzten Jahren verändert?
In der Ringvorlesung werden Prozesse untersucht, die in Gang gesetzt werden, wenn Kriegslogiken allgegenwärtig werden und den Alltag beherrschen. Im Zentrum der interdisziplinären Beiträge stehen politische und kulturelle Praktiken und Ausdrucksformen sowie gesellschaftliche Positionen, die als Reaktion auf Krieg und Militarisierung entstehen. Die Vorträge beleuchten unter anderem die Problematik der russischsprachigen Minderheiten im Baltikum, dokumentarische Formen der Kriegsdarstellung in der Ukraine, die Symbolik des Militärs und die veränderten politischen Einstellungen der Menschen in Georgien. Auch die gesellschaftlichen Folgen von Krieg, etwa Traumatisierung, sowie Friedensvorstellungen sind Themen der Ringvorlesung.
mittwochs, 16:15 - 17:45 Uhr, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost, Raum 221
Die Vorträge im Einzelnen
04.11.2026 – in Englisch
"Russian-speaking minorities in the Baltic States: Securitization and Strain amid Geopolitical Turmoil"
Prof. Dr. Vello Pettai, Institut für Frisistik, Universität Flensburg
11.11.2026
11.11.2026
"Kein Kirschgarten. Wahrnehmungen des Krieges im ukrainischen Dokumentartheater"
Prof. Dr. Anja Tippner, Slavistik/Osteuropastudien, Universität Hamburg / Lydia Nagel, Institut für Slawistik, Universität Greifswald
Prof. Dr. Anja Tippner, Slavistik/Osteuropastudien, Universität Hamburg / Lydia Nagel, Institut für Slawistik, Universität Greifswald
25.11.2026
(Titel folgt noch)
Prof. Dr. Monica Rüthers, Europäische Geschichte/ Osteuropastudien, Universität Hamburg
02.12.2026
02.12.2026
"Räume des Friedens. Friedensideen in der russischen und ukrainischen Diaspora in Deutschland und ihr Potenzial für die Konflikttransformation"
Dr. Regina Heller / Dr. Christian Fröhlich, beide Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg
09.12.2026 – in Englisch
"Between Mustaches and Sovereignty: Carrot and Stick in Russian–Georgian Relations"
David Jishkariani, M.A., Max-Weber-Stiftung, Tiflis
16.12.2026
"Nordisch-baltische Perspektiven und Reaktionen auf die russische Aggression gegen die Ukraine (nach 2014)“
Dr. Fredrik Stöcker, Nordost-Institut (IKGN e.V.)
13.01.2027 – in Englisch
"Political Judgements without Political Opinions: How Russians Talk About the Russo-Ukrainian War“
Dr. Svetlana Erpyleva, Forschungsstelle Osteuropa Bremen
Dr. Svetlana Erpyleva, Forschungsstelle Osteuropa Bremen
13 20.1.27 – Digital / Zoom
(Traumatisierung der Gesellschaft durch Krieg, Kriegsfolgenabschätzung)
Jurko Prochasko, Autor und Psychoanalytiker, Lvyv
Koordination: Prof. Dr. Anja Tippner, Institut für Slavistik / Prof. Dr. Monica Rüthers, Fachbereich Geschichte: Osteuropäische Geschichte, beide Universität Hamburg / Prof. Dr. Jörn Happel, Geschichte Osteuropas und Ostmitteleuropas an der Helmut-Schmidt-Universität / Prof. Dr. Kirsten Bönker, Nordost Institut/IKGN e.V. / Dr. Regina Heller, Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) / Dr. Marina Gerber, Institut für Slavistik, Universität Hamburg
Datenbank einzelne, öffentliche Vorträge

Foto: UHH
Alle öffentlichen Vorträge finden Sie einzelnen auch in unserer Datenbank. Dort können Sie nach Wochentagen, thematischem Schwerpunkt Format u.a. filtern.
Datenbank Einzelvorträge