Political Judgements without Political Opinions: How Russians Talk About the Russo-Ukrainian WarDr. Svetlana Erpyleva, University of Bremen
13. Januar 2027, 16:15 Uhr

Foto: Stewart Martin
An den östlichen Grenzen Europas machen die Menschen bereits seit mehreren Jahren traumatische Erfahrungen mit kriegerischen Auseinandersetzungen – von schwelenden Grenzkonflikten bis hin zur militärischen Invasion. Mittlerweile sind Berichte und Bilder von Krieg und Militarisierung allgegenwärtig. Die Gegenwart mit ihren neuen Bildern und Grenzerfahrungen überwältigt und verdrängt dabei die Frage nach dem mentalen und kulturellen Leben der Menschen. Wie denken die Menschen, die unmittelbar von Krieg und Militarisierung betroffen sind? Wie haben sich ihre Einstellungen und Mentalitäten in den letzten Jahren verändert?
In der Ringvorlesung werden Prozesse untersucht, die in Gang gesetzt werden, wenn Kriegslogiken allgegenwärtig werden und den Alltag beherrschen. Im Zentrum der interdisziplinären Beiträge stehen politische und kulturelle Praktiken und Ausdrucksformen sowie gesellschaftliche Positionen, die als Reaktion auf Krieg und Militarisierung entstehen. Die Vorträge beleuchten unter anderem die Problematik der russischsprachigen Minderheiten im Baltikum, dokumentarische Formen der Kriegsdarstellung in der Ukraine, die Symbolik des Militärs und die veränderten politischen Einstellungen der Menschen in Georgien. Auch die gesellschaftlichen Folgen von Krieg, etwa Traumatisierung, sowie Friedensvorstellungen sind Themen der Ringvorlesung.