Transkulturelles Verständnis psychischer Krisen – Bedeutung von SpracheJulia Fischer-Ortmann, Dipl.-Psych. im Bereich interkulturelle Kommunikation, CENTRA, HAVANO / Prof. Dr. Mike Mösko, SEGEMI e. V., Hochschule Magdeburg-Stendal / Rita Loumites, Dolmetscherin und Übersetzerin, Hamburg
27. November 2026, 18:15 Uhr

Foto: Hildegard Wohlgemuth
Psychische Gesundheit und kulturelle Vielfalt („Bock auf Dialog?“)
Wie wir Psychische Gesundheit oder Krankheit verstehen, ist auch kulturell geprägt und entsprechen verschieden: Stimmenhören, verstummen, sich wegbeamen, dissoziieren – manches "Symptom" ist woanders kulturell gebunden, eher unauffällig oder tragbar. Lohnt es sich über den Tellerrand zu schauen und voneinander zu lernen? Ist der westlich geprägte Auftrag zur "Selbstoptimierung" vielleicht doch nicht der Schlüssel zum Glück, sondern eher Beitrag zu Stress?
Warum wird die Schwelle zur psychischen Erkrankung in unserer Kultur immer niedriger? Hat das auch etwas damit zu tun, wie wir Gesundheit (miß)verstehen? Welche gesellschaftlichen Herausforderungen belasten unsere psychische Gesundheit? Und erfordern sie nicht präventive und politische Antworten statt neuer Diagnosen? Warum haben psychisch erkrankte Menschen manchmal in anderen Kulturen eine höhere Recovery-Rate? Kulturelle Vielfalt gerät heutzutage allzu leicht unter Generalverdacht; ist sie nicht vor allem Reichtum und Schatz oder zumindest, eine Gelegenheit, voneinander zu lernen?