Linguizismus und migrationsgesellschaftliche SprachenordnungenProf. Dr. Inci Dirim / Aleksandra Brill, Deutsch als Zweitsprache, Institut für Germanistik & Institut für LehrerInnenbildung, Universität Wien
19. Januar 2027, 18:15 Uhr

Foto: Sara Fürstenau
Seit den 1980er Jahren richtet sich die Ringvorlesung „Interkulturelle Bildung“ in jedem Wintersemester an Studierende und an die Öffentlichkeit. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Erziehung und Bildung in einer Gesellschaft, die von migrationsbedingter Diversität geprägt ist und sich durch eine Pluralität an sozialen, kulturellen und sprachlichen Lebensformen auszeichnet, zugleich aber auch Rassismus und Diskriminierung hervorbringt. Vortragende aus verschiedenen Disziplinen und Institutionen geben Einblicke in konzeptionelle Entwicklungen, in eigene Forschung und pädagogische Praxis. In der diesjährigen Ringvorlesung nehmen die eingeladenen Vorträge zentrale Fragen sprach- und diversitätsbezogener Bildung in den Blick – von grundlegenden Perspektiven auf Migration und Bildung bis hin zu konkreten Handlungsmöglichkeiten in Schule und Unterricht. Es geht um spezifische Zugänge wie den sog. Erstsprachenunterricht in sprachlich heterogenen urbanen Räumen am Beispiel Wiens, um die Anfänge der Forschung und Praxis im Feld der Sprachlichen Bildung und Mehrsprachigkeit und um einen Einblick in „Kritische Whiteness Studies“ als Ansatz zur Reflexion von Normalitäten, Privilegien und Machtverhältnissen. Ganz praktisch widmet sich der anschließende Vortrag Diskriminierungsfällen und ihrer professionellen Bearbeitung. In den letzten beiden Vorträgen stehen spezifische Fragestellungen im Mittelpunkt: die jüngere bildungspolitische Debatte zu Sprachstandserhebungen und Sprachdiagnostik im (Vor-)Schulalter sowie die Frage nach der Hierarchisierung von Sprachen und ihren Folgen für Bildungswege.