Herpesviren: lebenslange BegleiterProf. Dr. Wolfram Brune, Forschungseinheit Virus-Wirt-Interaktion, Leibniz‑Institut für Virologie, Hamburg
2. Dezember 2026, 17:00 Uhr

Foto: KI
Warum untersuchen wir Herpesviren?
Die Familie der Herpesviren umfasst einige Vertreter, die den Menschen infizieren. Sie verursachen unterschiedliche Krankheiten wie z. B. Lippenherpes, Windpocken, das Pfeiffersche Drüsenfieber oder das Kaposi-Sarkom. Herpesviren unterscheiden sich von den meisten anderen Viren darin, dass Herpesvirus-Infektionen lebenslang sind. Als Folge dessen tragen wir alle mehrere Herpesviren lebenslang in uns. Unser Immunsystem hält diese Viren unter Kontrolle, kann sie aber nicht komplett eliminieren. Wie sich Herpesviren vor dem Immunsystem verstecken und dauerhaft im Körper verbleiben, ist Gegenstand unserer Forschung. Ein besseres Verständnis der Virus-Wirt-Interaktion schafft die Grundlage für die Entwicklung neuer antiviraler Medikamente und Impfstoffe.
Was sind derzeit die bestimmenden Themen?
Lebenslange Auswirkungen von Virusinfektionen sind in den letzten Jahren vermehrt in den Fokus getreten. Nach aktuellem Kenntnisstand können Herpesviren unterschiedliche Lang-zeitfolgen hervorrufen, z. B. Schädigungen des zentralen Nervensystems, Autoimmunerkrankungen und Krebs. Wie Herpesviren und andere Viren solche Langzeitfolgen verursachen wird auch am Leibniz-Institut für Virologie erforscht.
Der Vortrag wird Einblicke und Ausblicke in die Arbeit mit Herpesviren geben.
www.leibniz-liv.de/forschung/forschungseinheiten/virus-wirt-interaktion