Das Sonett – die älteste, auch heute noch lebendige Gedichtform
Prof. em. Dr. Peter Hühn
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Veranstaltungsart: Vorlesung
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Veranstaltungsnr.: 01.011
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Termin: Fr 10:15 bis 11:45 Uhr
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Veranstaltungbeginn: 16.10.2026 (nicht am 23.10., 27.11.2026)
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Veranstaltungsort: Hauptgebäude, Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel West, Raum 221
Das Sonett ist die älteste gemein-europäische Gedichtform, die im Mittelalter entstand, über viele Jahrhunderte praktiziert wurde und auch heute noch lebendig ist. Das Sonett – vierzehn Zeilen gegliedert in zwei Quartette und zwei Terzette mit einem gedanklichen Umschlag dazwischen – entstand Anfang des 13. Jhs. in italienischer Sprache in Sizilien am Hofe Kaiser Friedrichs II und verbreitete sich in den folgenden Jahrhunderten über ganz Europa, zunächst vor allem in Italien und Frankreich, dann auch in England und Deutschland. Ursprünglich, vom Mittelalter bis in die Renaissance, waren Sonette überwiegend auf eine bestimmte Thematik festgelegt – auf das Thema der Liebe vornehmlich in Form der höfischen Liebe, einem außerordentlich einflussreichen Liebesdiskurs, der sehnsuchtsvollen, letztlich unerfüllbaren Liebe eines Mannes zu einer schönen und moralisch vollkommenen Frau. In der Folge wurden jedoch die Inhalte zunächst im 17. Jh. auf religiöse Themen, dann, seit der Romantik und dem 19. Jh., ganz allgemein auf alle Phänomene menschlicher Erfahrung und menschlichen Lebens ausgeweitet.
Die anhaltende Faszination des Sonetts ist durch die Kompaktheit und Straffheit seiner Struktur mit dem Moment des gedanklichen Umschlags in seinem Aufbau bedingt. Der formale Aufbau des Sonetts unterstützt die dynamische Entfaltung des Themas – die Herausstellung eines Problems, eines Phänomens, einer Wahrnehmung als Ausgangspunkt und seine anschließende gezielte Verarbeitung, Weiterentwicklung und Lösung.
Ein besonderes Merkmal dieser lyrischen Form ist die Neigung der Autoren, Sonette zu Zyklen zusammenzustellen – Beispiele stammen von Petrarca, Shakespeare, Sidney, Barrett Browning, Rilke und St. Vincent Millay; sie gipfeln in der artifiziellen Form der Corona, des Sonettenkranzes. Die Vorlesung wird im Durchgang durch die Jahrhunderte vornehmlich deutsche und englische, aber auch italienische und französische Sonette sowie einige Zyklen (Petrarca, Shakespeare, Rilke) und eine Corona (Wagner) mit Bezug auf Aufbau und Bedeutungsentfaltung vorstellen und besprechen, die fremdsprachlichen Beispiele immer im Vergleich von Übersetzung und Original. Die Teilnehmenden können sich immer mit Fragen, Bemerkungen und Vorschlägen an den Diskussionen beteiligen.
Wichtige Hinweise zum Zusatzprogramm
Veranstaltungen des Zusatzprogramms werden vom Zentrum für Weiterbildung (ZFW) organisiert. Aktuelle Programmänderungen finden Sie auf der Seite Termine unter "Programmänderungen und freie Plätze".
Termine Wintersemester 2026/27
Anmeldung zum Kontaktstudium ab 14.08.2026 möglich!
- Anmeldeschluss Losverfahren, STiNE-Zugang und Fakultätsprogramm: 13.09.2026
- Nachbelegungsphase für bereits angemeldete Teilnehmende bis 30.09.2026
- Restplatzvergabe Zusatzprogramm bis 29.10.2026
- Vorlesungszeit: 12.10.2026 bis 30.01.2027
- Weihnachtsferien: 20.12.2026 bis 03.01.2027
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